Selbstwert

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Selbstwert

Was für ein bezeichnender Glaubenssatz zum aktuellen Kapitel:
„Tust du was, dann hast du was, dann bist du was!“

(Super cool eingebaut in eine Rede zum Selbstwert von Jörn Gereon bei „Gedanken Tanken, einer Internetplattform für Persönlichkeitsentwicklung. Mega interessant. Alles auf You Tube. Hier im Artikel über Grüne Punkte und „Anker“ und auch unter diesem Post ist dieser Vortrag unten drunter. Das wirksame Beispiel mit den grünen Punkten ist von ihm.)

Der kollektive Trugschluss, dem wir augenscheinlich alle unterlegen ist der, dass unser Selbstwert nicht durch uns selbst entsteht und wirkt, sondern durch andere.

Auf die Frage, „Wann fühlst du dich wertvoll?“ antworten die meisten:

  • Wenn ich Erfolg habe
  • Wenn mir etwas gelungen ist
  • Wenn andere mich mögen
  • Wenn ich gelobt oder ausgezeichnet werde
  • Wenn ich eine wichtige Aufgabe habe
  • Wenn andere mich brauchen

Das ist aber kein Selbstwert. Sondern Fremdwert! Das würde ja bedeuten, dass ich nur dann einen Wert fühle, wenn andere von mir begeistert sind, wenn andere mich brauchen, mich feiern, wenn ich andere mit meinen Leistungen beeindrucke. Leider ist diese Haltung sehr verbreitet. Das hat aber nichts mit Selbstwert zu tun.

Deshalb gehen viele darin auf, mit ihrer Leistung vor anderen zu glänzen, werden anerkannt, geachtet und gemocht – solange der Output stimmt´. Solange das, was sie anbieten, immer wieder neu und von anderen gewollt ist.

Also immer mehr Gas geben, immer besser werden, immer perfekter abliefern, sonst verlierst du den Anschluss, bist weg vom Fenster, bis du nicht mehr kannst.

Bricht deine Kreativität ein, bremsen irgendwelche Krisen deine Produktivität, lässt deine Leistung nach, ist auch sofort das positive Feedback der anderen weg, der Beifall, die Anerkennung und – vermeintlich – dein Selbstwert.

Damit einher geht unsere Kritikfähigkeit. In unseren sozialen Systemen können zunehmend weniger Leute mit Kritik umgehen. Sie können sie weder äußern, weil niemand andere gern verletzen will, weil niemand gern persönlich werden will, aber diese Gefühle beim Miteinander reden total oft eine Rolle spielen.
Ebenso wenig können wir damit umgehen, wenn andere uns kritisieren. Viele Erwachsene haben damit große Probleme. Logischerweise kann man niemandem etwas beibringen, was man selber nicht kann, also habt ihr als junge Menschen gleiche Probleme. Schließlich habt ihr es von uns nicht gelernt, cool zu bleiben und sich von der Kritik das abzuholen, was passt und den Rest in den Eimer kippt.

Wir definieren uns über unsere Leistung und empfangen daher Kritik von anderen oft als Angriff auf unsere Persönlichkeit, obwohl es hier ja lediglich um Feedback zu unserer Leistung geht. Dieser Satz ist wichtig. Den musst du verstehen. Dann kannst du einen völlig neuen Umgang mit Kommentaren und Kritik entwickeln. Wie wäre es wohl, wenn du dich nicht mehr angepisst fühlst, wenn jemand an dir herummeckert.

Ein gutes Gefühl gibt es also nur bei positiven Reaktionen der anderen, wenn sie das, was wir gemacht haben, gebrauchen können und darüber hinaus noch bei materiellen Dingen, die wir dafür bekommen um damit wieder andere zu beeindrucken? Boah, das wär mir zu blöd. Da wär man ja immer abhängig davon, dass man irgendwen begeistert und der dann klatscht. Ist keine gute Methode. Da muss es mehr geben.

Logischerweise funktioniert dieses Prinzip auch in anderer Richtung: Habe ich Misserfolg, fühle ich mich wertlos. Werde ich negativ gespiegelt, fühle ich mich wertlos. Habe ich keine Aufgaben mehr oder kann nicht mehr arbeiten, fühle ich mich nutzlos.

Das ist kein Selbstwert. Ein Trugschluss. Eine kollektive Gewohnheit, eine negative Manipulation, eine endlose gesellschaftliche Hypnose. Sie macht dich immer abhängig von der Meinung der anderen. Steckt uns in „Hamsterräder“, macht uns steuerbar und zwingt uns, über unsere Grenzen hinaus zu Höchstleistungen. Schließlich wollen wir uns gut fühlen…

Weil sie unmenschlich ist, sehe ich diese gesellschaftliche kollektive Haltung tatsächlich als überhaupt nicht lebenswert an, obwohl wir es alle tun.
Belohnung, Anerkennung und Eieiei, gibt es schon von den Eltern nur bei erwünschten Verhalten, kaum. dass sie beginnen zu erwarten, dass wir sie verstehen.
Das Spielchen wird jetzt gesellschaftlich im Kindergarten, in der Schule, in der Uni, in der Ausbildung und später im Berufsleben nur immer weitergespielt, weil es funktioniert und uns ein Leben lang steuerbar macht. Schnell gewöhnen wir uns die Verhaltensweisen ab, für die es kein „Eieiei“ gibt. Das genau ist fremdgesteuerte Manipulation und nur in den seltensten Fällen in deinem Sinne. 

So wichtig es ja auch für mich ist, dass ich von anderen Menschen gespiegelt werde und dass ich einen Eindruck davon gewinne, wie meine Leistungen bei ihnen ankommen. Es hat aber alles nichts mit meinem Selbstwert zu tun. Überrascht?

Selbstwert ist die eigene innere Überzeugung von meinen Einstellungen und Haltungen und drückt sich über meine Ausstrahlung aus. Vollkommen unabhängig von der Bewertung der anderen. Mein Bewusstsein darüber, wie ich auf andere wirke. Mein Bewusstsein darüber, dass ich nicht verliere, wenn ich scheitere, sondern nur lösbare Fehler mache.

Wenn Menschen meine Leistungen kritisieren, dann geht es eben um die und nicht um meine Person. Ich brauche also keinen Verlust meines Selbstwertes zu befürchten, weil ich mir in dieser Situation nur um meine Leistungen Gedanken machen muss.

Selbstwert ohne Gegenleistung gibt es zum Kennenlernen zwischen 0 und 2 Jahren.

Ganz am Anfang läuft es richtig. Babys zwischen ihrer Geburt und zwei Jahren stehen konstant im wohlwollenden Fokus ihrer liebenden Eltern. Meine Frau sagte im Dezember vergangenen Jahres, sie würde ihre Enkelin jetzt schon so sehr lieben, obwohl sie noch gar nicht geboren war. In diesem Jahr im Januar kam sie zur Welt! Tadaaa!

Die Kleine genießt Liebe, Zuneigung und bedingungslose Akzeptanz. Auch wenn sie dafür nichts tut, als in die Hose zu machen, ungeniert zu pupsen und auf das Dekolleté der Mama zu spucken. Egal was sie macht, alle freuen sich, ermuntern sie, es zu wiederholen. Sie lachen und klatschen in die Hände.

Die Lütte bemerkt ihren hohen Wert an den Reaktionen ihrer Umwelt, der wohlwollenden liebevollen zusprechenden Art, für die sie nichts tun muss als sich genüsslich zu strecken und unverständliche Laute abzugeben.

Kaum geht aber im Leben die verbale Kommunikation los, kaum kommt informativer Austausch ins Spiel, verändert sich schon alles. Verhalten wird plötzlich bewertet. Die Reaktionen der Eltern beinhalten nun Apelle, Aufforderungen, Grenzen, Verbote und Erwartungen. Die gewohnten positiven Gefühle aufgrund der Rückmeldungen der Eltern gibt es jetzt nur noch bei erwünschtem Verhalten. Das sichere Gefühl der Wertigkeit ohne Gegenleistung nimmt mehr und mehr ab. Das ist unglaublich schade. Aber so tickt die Welt. Oft geht der Ernst und die Pflicht gegen die Lust schon mit eineinhalb Jahren los. Dann nämlich, wenn die lütten Würmer morgens um halb acht in der Kinderkrippe sitzen und erst gegen zehn richtig wach werden.

Dazu kommt, dass alle Kinder bis zum Beginn der Pubertät ohnehin nicht in der Lage sind, ihre Leistung, ihr Handeln von ihrer Persönlichkeit abzukoppeln. Alles was sie an Kritik hören, nehmen sie persönlich. Im krassen Gegensatz zu Erwachsenen, die kritischen Anmerkungen gegenüber viel gelassener sind. Sie erkennen darin einen Hinweis, in der Ausführung dessen, was sie beruflich abliefern müssen, besser zu werden.

Kinder fühlen sich dagegen meistens persönlich abgelehnt. Sie trennen nicht ihre Leistung von ihrer Persönlichkeit. Wäre doch klasse, wenn das immer mehr Eltern wissen würden und dadurch ihre Kinder vorsichtiger kritisieren würden.

Selbstwert also ist etwas, was wir als Baby genießen. Geliebt und gewollt zu werden, ohne dafür etwas tun zu müssen. Einfach so. Am Anfang unseres Lebens haben wir es alle erfahren dürfen. Aber kaum jemand wird sich daran erinnern, weil dieser paradiesische Zustand beendet war, bevor wir ihn uns merken konnten. Bevor wir überhaupt anfingen, uns an Dinge zu erinnern, ist er in großen Teilen vorbei und das Spiel beginnt, mit ausgewählten Verhaltensweisen zu gefallen.

Kinder, die im Kindergarten noch Bäuerchen und in die Hose machen, ernten dafür abnehmend weniger Beifall. Und später in der Schule wird der Fremdwert leider sehr vordringlich. Viel wichtiger, als das eigene Gefühl zu sich selbst, ist die Wirkung auf andere. Das Feedback, die Response der anderen, wie ich bei ihnen ankomme, welche Klamotten ich tragen muss, damit man mich akzeptiert und nicht ausgrenzt. Das kann ich mir kaum vorstellen, wenn ich davon höre und es ist heute bestimmt noch viel krasser als damals.

Als Erwachsener gibt es meistens nur noch Zuspruch und Beistand von anderen, solange sie einen Vorteil durch dich haben oder ihn genießen. Solange du sie davon überzeugen kannst, das zu wollen, was du ihnen anbietest. Fans von Popstars sind enorm fordernd, wollen deine Musik immer und immer wieder.  Obwohl du jetzt viel lieber einen neuen Stil versuchen würdest, wollen deine Fans Gewohntes. Einbrechende Verkaufszahlen machen dir das unmissverständlich klar. Und zack spielst du die ollen Klamotten immer und immer wieder, ob du willst oder nicht. Schade.

In den meisten Fällen ist der Deal ja der, dass du ablieferst und dafür dein Gehalt und Beifall erwarten kannst. Solange du einverstanden bist mit deinem Verdienst und die anderen mit deiner Leistung, ist auch alles in Ordnung. Aber wehe, wenn dieses Gleichgewicht aus der Balance gerät.

Bist du nicht mehr einverstanden mit der Vereinbarung, wirst du weniger Motivation und Loyalität empfinden und neue Verhandlungen anstreben, um mehr für deine Leistung zu bekommen. Sprich, du arbeitest nicht mehr, chillst rum, surfst bei Facebook oder Instagram und zwar so lange, bis du mehr Geld bekommst.

Sind die anderen mit deiner Leistung unzufrieden, werden sie mit dir Kritikgespräche führen, die in letzter Instanz zu einem Jobverlust führen könnten. Im Job und „da draußen“ geht es nämlich nur herzlich wenig um dich, als um das, was du ablieferst. Das gilt auch besonders für Popstars. Aber auch für Ärzte, Lagerarbeiter, Altenpfleger und Sozialpädagogen. Gibst du nix, kriegst du nix.

Aber diese schulischen, wie auch die späteren beruflichen Kritikgespräche haben zum Glück nur deine Leistung zum Thema und nur sehr selten deine Person. Deine Person und dein Wert sind meistens wirklich kein Thema. Darum geht es denen, die mit dir sprechen, überhaupt nicht. Die interessieren sich für Verkaufszahlen, für Umsatz, für Leistung. Es geht um deine Produktivität. Nicht darum, wer du bist, sondern, was du ablieferst.

Es fühlt sich aber so an, als wäre man wertlos, wenn man schlechte Ergebnisse abliefert. Wertlos, wenn man nicht mal eine Arbeit hat. Wertlos, wenn die Beziehung in die Brüche geht oder die Kinder als Erwachsene ausziehen. In gewisser Weise hat man tatsächlich Dinge nicht mehr, die einen Wert bedeuteten. Die Anerkennung der Kollegen und der Geschäftsleitung, das geschätzte monatliche Salär, die geliebten Beziehungen. Es fehlt etwas Wertvolles, man erleidet schmerzlichen Verlust. Das zieht einen schon ziemlich runter.

Aber dein Selbstwert wird nur dadurch angegriffen, weil du fest daran glaubst, dass es so ist. Schließlich bist du so behandelt worden, seit du dich überhaupt erinnern kannst. Und weil dich bis jetzt noch nie jemand davon überzeugte, dass das nicht stimmt.

Zuspruch, lernen wir, gibt es nur durch die anderen. Wert gibt es nur durch abgelieferte Leistung. Wenn wir bei diesem Spiel mitmachen, werden wir abhängig vom Urteil der anderen. Nur, wenn die klatschen, fühlen wir uns wertvoll. Nur wenn andere es „bescheinigen“, dann fühlen wir unseren Wert.

Nur, wenn wir ein dickes Auto zeigen können, drei Mal im Jahr auffällig in den Urlaub fliegen, eine Villa bewohnen, eine Yacht haben und sehr viel Geld, dann haben wir es geschafft. Dann fühlen wir uns wertvoll, sonst nicht. Alle anderen sind Loser. Das Spiel der Reichen.

Ohne Geld, ohne Arbeit, ohne Beziehung fühlen sich die meisten wertlos. Und werden, gerade von denen mit Arbeit, Beziehung und Geld auch gern so behandelt.

Alles Blödsinn, alles ein manipulatives Spiel, um dich lenkbar zu machen. Damit du nicht das tust, was du willst, sondern das, was man von dir will. Damit du kaufst, was man dir vorsetzt und dich noch mehr anstrengst, noch mehr überforderst, um noch mehr Geld ausgeben zu können.

Das ist Abhängigkeit von Leistung und von Besitz. Das ist kein Selbstwert. Die meisten rennen dem Fremdwert hinterher und haben keinen blassen Schimmer, wie das mit dem Selbstwert wirklich funktioniert. Jeder Verlust bedeutet tiefen Fall. Wie unsinnig.

Selbstwert ist intrinsisch, von innen heraus. Der komplett selbst bestimmte Wert, den ich mir selbst gebe. Ich finde mich wertvoll, unabhängig vom Urteil der anderen, das meist meine Leistung bewertet.

Ich finde mich wertvoll. Ich bin wertvoll. Einfach so. Weil ich da bin. Weil ich genauso bin wie ich bin und das kann, was ich kann. Weil meine unendlichen Erfahrungen, meine Einstellungen, meine Überzeugungen und mein Handeln ganz einzigartig sind, bin ich ein Unikat, ein Einzelstück.
Die Summe meiner ganz individuellen guten und weniger guten Eigenschaften, eben dieser besondere Mix macht mich wertvoll. Und dich. Und alle anderen.

Ich habe mich klar entschieden: Ich kann und will keine unterschiedlichen Wertigkeiten unter uns Menschen erkennen. Nicht ein Land ist besser als ein anderes, kein Glaube besser als ein anderer. Niemand kann sich über einen anderen stellen, ohne sich selbst damit zu belasten. Erwachsene sind nur älter als Jugendliche, niemals mehr wert. Vielleicht wissen sie mehr, haben mehr Erfahrungen und viel zu erzählen. Aber niemals ist ein Mensch mehr wert und hat mehr Rechte als ein anderer.

Ich sehe nicht, dass unterschiedliche Aufgaben unterschiedliche Wertigkeiten bedeuten. Ein Arzt macht eine verantwortungsvolle Aufgabe und rettet Leben. Dennoch ist er nicht mehr wert, als die Putzfrau, die für Ordnung und Sauberkeit sorgt. Es gibt unterschiedliche Aufgaben. Aber niemals unterschiedlichen Wert.

Genauso wenig erkenne ich materiellen Reichtum als einen Indikator für mehr Wert. Nein – wir sind alle gleich viel wert. Bald sind wir acht Milliarden Individualisten auf diesem Planeten. Alle einzigartig, alle unendlich wertvoll. Das Einzige was uns unterscheidet, sind die unterschiedlichen Optionen, in die wir hineingeboren werden. Weil die gierige Wirtschaft so kommerziell orientiert tickt und unermesslicher Reichtum und Wohlstand nur auf Kosten anderer funktioniert, die entsprechend weniger bekommen. Es ist nicht mehr Wert, sondern mehr Glück, auf welcher Seite du lebst. Mehr Wohlstand gibt es hier nur, weil es woanders entsprechend weniger gibt.

Aber deinen Selbstwert konstruierst du völlig allein. Du entscheidest zunehmend mehr, was du willst, was dir wichtig ist, was du dir gefallen lässt und wo du Grenzen setzt. Vollkommen unabhängig davon, was andere von dir denken oder wie sie es halten.

Du entscheidest, welchen Menschen du vertraust und dir von ihnen etwas sagen lässt. Du beendest Beziehungen, die dich bremsen und dir nicht gut tun. Du gibst dich immer weniger mit Leuten ab, die dir Energie nehmen. Du bestimmst, wer dir nah kommen darf, bemühst dich nur um Menschen, die es wert sind.

Und du bist weniger freundlich, weniger nett, besonders zu denen, die Freundlichkeit nur wenig wertschätzen können! Du musst nicht freundlich zu denen sein, die dich mies behandeln.

Wenn du selbst bestimmst, welche Menschen dir nah sein dürfen, von welchen Menschen du Kritik überhaupt zulässt, dann lebst du deinen Selbstwert. Sehr gut!

Du bestimmst, welchen Situationen du dich aussetzt, du entscheidest, wie und welche Medien du zu Rate ziehst. Immer mehr entscheidest du selbst über dein Leben, über deine Zeit.

Immer mehr Energie richtest du darauf, dich mehr und mehr den Dingen zuzuwenden, die für dich von eigenem Interesse sind. Mehr und mehr wirst du unsinnige Dinge aufgeben, erfolglose Beziehungen und „kalten Kaffee“ stehen lassen, weil du deren bremsende Effekte nicht mehr tragen willst. Das ist gelebter Selbstwert. Eine innere Überzeugung.

Schreib doch vielleicht mal auf, was dich alles noch bremst und von wem du dir noch etwas sagen lässt. Im Idealfall sind es am Ende nur noch deine Eltern. Und nicht mal die können einfach so Dinge von dir erwarten, die du nicht bereitwillig geben willst, nicht dein Partner, nicht deine Freunde, schon gar nicht die fremden dahergelaufenen Besserwisser. Das bestimmst du selbst.

Niemand bestimmt außer dir in deinem Kopf. In deinem Leben bist du der Chef und verantwortlich für alles. Also brauchst du wie ein Firmenchef einen Plan, eine Richtung, Leitlinien und Qualitätsmerkmale, die du auch mit aller eigenen Energie verfolgst und deine Abteilungen immer wieder an neue Bedingungen anpasst.

Nur deine Vertrauten kommen in den Vorteil, dass du dir interessiert anhörst, was sie denken und was sie dir raten. Das ist Selbstwert. Zu entscheiden, wer bei dir im Kopf „mitarbeiten“ darf und wer teilnehmen darf an deinem Wachsen.

Selbstwert ist auch, wenn du weißt, was dir gut tut, wenn es dir schlecht geht. Wenn du dir eine erholsame Umgebung schaffen kannst, wenn du gestresst bist. Wenn du achtsam mit dir umgehst, und dich in diesem Moment vor weiterer Aufregung schützt.

(Sport, Tee trinken, Meditieren, Kreativität, Entspannen, Musikhören, alles was den gegenwärtigen Moment feiert, drückt Selbstwert aus, kann dir im angestrengten Moment sehr viel eigene Energie zurückbringen und dich wieder aufrichten.)

Deine Ausstrahlung

Wusstest du, dass du deine Ausstrahlung nicht selbst erkennen kannst? Sie manifestiert sich ausschließlich an der Reaktion der anderen auf deine Person. Deine eigenen Fehler siehst du sofort. Etwa wenn jemand ein Video gedreht hat und du dich jetzt später im Nachhinein noch mal ansehen kannst.  Deine Ausstrahlung bemerkst du jedoch nur an der Reaktion der anderen.

Kannst du andere zum Lachen bringen, mitreißen, begeistern, unterhalten? Oder gehörst du eher zu denen, denen das weniger wichtig ist und du hast dafür andere wertvolle Angebote in deinem „Bauchladen“. Das Wesentliche ist, dass du deine Eigenheiten kennst und mit dir einig bist. Viele große Menschen agieren weitab der Scheinwerfer und Filmkameras und bewirken mit ihrer eigenen einzigartigen Art Berührung, Bewegung und Veränderung. Unersetzlich wertvoll.

Deine Ausstrahlung ist das Leuchten in dir, das, wofür du brennst. Das, wofür du dich entschieden hast oder entscheiden wirst. Es spielt keine Rolle, ob dieser Zustand schon besteht, weil du durch deine spürbare innere Begeisterung und Motivation schon jetzt ausstrahlst, wo du sein wirst. Weil du daran glaubst und nichts unversucht lassen wirst, um dein Ziel zu erreichen.

Deine Wahrheit: was du liebst und wie du liebst

Wir unterliegen also einem großen Trugschluss, solange wir glauben, unser Wert würde von der Bewertung der anderen abhängen. Die meisten von den anderen können doch nur meine Leistung bewerten, wenn überhaupt. Die meisten kennen mich doch nicht. Nur die wenigsten wissen wo, und wie ich lebe, die meisten, mit denen ich zu tun habe, wissen allenfalls, wie ich arbeite und wie ich mit ihnen umgehe. Das ist aber schon alles. Wie kann dann eine Kritik von denen, die mich nicht kennen, mich persönlich in ein Wertlosgefühl bringen? Kann sie nicht!

Der Ablauf ist ganz einfach. Wertlosgefühl kann nur dann entstehen, wenn ich Kritik persönlich nehme und mein Selbstwert an die Bewertung der anderen kopple. Wenn ich dann auch noch davon überzeugt bin, dass ich nichts daran ändern kann, ist das meine bremsende Wahrheit. Dadurch, dass ich so überzeugt von diesem Bullshit bin, denke ich nicht mehr weiter, sondern akzeptiere es. Danach wird sich nichts mehr verändern. Ich werde immer verletzt auf Kritik reagieren, und kann die Information der Kritik, die vielleicht helfen könnte, besser zu werden nicht mehr erkennen.

Löse ich jedoch meinen Glauben auf, indem ich ihn in Frage stelle – Ich liefere dir gerade die dafür nötigen Denkanstöße – dann wirkt die Hypnose nicht mehr.

Kritische Anmerkungen hinterfrage ich beispielsweise in letzter Zeit immer öfter. „Wie meinst du das genau?“, frage ich hinterher, wenn wir unter uns sind. Und lass es mir noch besser erklären.

Egal, wer sich an mir stört, es interessiert mich meistens und ich suche Austausch darüber. Dadurch gewinne ich viel mehr Informationen über die Hintergründe dieser kritischen Kommentare, die mir aufgefallen sind, oder mir zugetragen werden. Ich bedanke mich für Tipps und Hinweise, wie ich etwas besser machen kann, ich ermuntere zu konstruktiver Kritik.

Gleichermaßen frage ich mich selbst aus, wenn mich etwas stört. „Warum findest du das jetzt blöd?“, „Was stört dich denn jetzt genau an diesem „unangenehmen“ Menschen gegenüber?“, „Was löst er in dir aus? An wen oder an welche Erfahrung erinnert er dich gerade?“ „Sicherlich hat der Typ gar nichts damit zu tun, dass du ihn gerade scheiße findest.“

Durch meinen Anspruch, andere – und mich selbst – verstehen zu wollen, erfahre ich mehr Überblick und mehr Verständnis darüber, was um mich herum passiert. Dadurch erhalte ich viel mehr differenziertes Feedback als sonst. Das hilft wiederum, zu erkennen, wie meine Wirkung auf andere ist. Durch das Erspüren meiner in meinem Sinne gelingenden Ausstrahlung gewinne ich Selbstwert.

Dein Selbstwert ist also das, worin sich deine ganze Persönlichkeit wiederfindet. Da ist viel mehr, als andere wahrnehmen und kennen können. Nicht einmal deine Eltern kennen die ganze Bandbreite deiner Person. Sie kennen nur die Elternversion deiner selbst. Das ist nur ein kleiner Anteil von dir. Alle sehen nur die 10 Prozent von dir, die oberhalb der Wasserlinie sind. Nur du kennst die 90 Prozent unter Wasser! Nur du.

Selbstwert ist das, was du als Bedingung festlegst. Bedingung für dein gutes Leben. Alle deine Erwartungen und was du in deinem Leben schaffen willst. Deine Art, wie du deine Ziele verfolgst. Rücksichtslos oder Nachhaltig und Achtungsvoll. Deine Vorstellung über den Wert der Welt, der Dinge und Lebewesen. Dein inneres Gefühl zu all dem, was du tust und wie du es tust. Das ist Selbstwert und eine freie Entscheidung deiner selbst.

Das ist sicherlich eine neue Betrachtungsweise, die unendliche Möglichkeiten beinhaltet. Plötzlich bist du nur noch bedingt davon abhängig, was andere von dir denken, weil die Meinung der meisten für dich einen viel geringeren Wert und Einfluss bedeuten, als der gutgemeinte Hinweis eines Freundes, dem du wichtig bist.

Plötzlich haben kritische Anmerkungen Vorteile für dich und du kannst viel besser hinhören, was der andere sagen will. Weil du nicht mehr ständig überprüfen musst, ob du gerade persönlich angepisst wirst, verstehst du jetzt besser, was der andere genau kritisiert und kannst sogar Tipps annehmen, etwas besser zu machen. Meistens nämlich geht persönliche Kritik gar nicht, weil der andere dich ja überhaupt nicht gut genug kennt. Dann musst du auch nichts analysieren.

Genauso wenig wird dich unqualifizierte Kritik nicht mehr erreichen und verletzen können. An der Art und Weise der Anmache erkennst du schon den Blödsinn, der noch kommen wird, dich aber nicht mehr persönlich verletzen kann, sondern dir eher lästig ist und nur noch nervt.

Das ist Freiheit. Bedingungslose Selbstakzeptanz und Selbstwert ist ein unabhängiger innerer Prozess. Du bestimmst die Regeln für dein Leben. Niemand sonst. Das ist alles.

Im folgenden Post geht es um den „Reality-Loop“ Das ist ein Denk-Modell eines Hypnose-Trainers aus Stuttgart. Bei ihm kannst du Hypnose lernen, und noch ziemlich viele andere krasse Ausbildungen machen, die sich mit eigenverantwortlichem Leben, und Erfolg befassen und dich unglaublich stark in deinem Gehirn machen können.

Mit dem Modell lässt sich gut beschreiben, wie unser Gehirn funktioniert und vor allem, wie wir aktiv an allen gespeicherten Werten, Überzeugungen, Gedanken und Gefühlen eingreifen und verändern können, wie wir gerade wollen. Dadurch steuerst du deine Gedanken, deine Gefühle, deine Erfahrungen und deine Überzeugungen, deine Glaubenssätze. Der Reality Loop. Druck ihn dir aus, und hänge ihn an die Wand.

Wollt ihr mehr Infos?
Ganz klasse Vortrag über Selbstwert von einem, der sich damit auskennt: Jörn Gereon.

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