„Mediendiät!“ Was ist das wieder für ein Eso-Quatsch?

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„Mediendiät!“ Was ist das wieder für ein Eso-Quatsch?

„Mediendiät“ Was ist das? Warum soll ich das machen?
Wie das, was dich umgibt und was du an dich heranlässt, dich auch beeinflusst. Nicht immer zu deinem Vorteil.

Wie Werbung wirkt, was Wiederholungen für eine magische Kraft haben, hatte ich in verschiedenen Artikeln schon erwähnt. Dadurch, dass sie dir immer wieder vorgespielt werden, während du auf die Fortsetzung deines Filmes wartest, brennen sich die Bilder und Suggestionen in deinem Hirn ein und du behältst sie im Speicher, ob du willst oder nicht. Das ist die manipulative Wirkung von wiederholtem Einwirken von Werbebotschaften auf deine Haltungen, Überzeugungen und insbesondere auf dein Handeln. Schließlich sollst du kaufen, damit die enormen Werbekosten der Werber sich wieder auszahlen.

Weil Werbung und Wiederholung dich manipulieren können, gilt dies eben auch für alle anderen Informationsquellen, die du regelmäßig nutzt. Ebenso wirken deine Freunde und alle die, mit denen du dich umgibst, als Informanten für deine künftigen Haltungen, Entscheidungen und deine Handlungen. Die Ansichten und Haltungen deiner Freunde, die deiner Eltern und all deiner wichtigen Personen, deren Urteil dir wichtig ist, fließen genau so in dich hinein, wie eben Werbung und TV und Medien auch.

Wer kennt nicht die berühmteste Tageszeitung mit einfacher Berichterstattung. Die Redaktion möchte Inhalte möglichst transparent einer breiten Masse unterbreiten, die sich nicht mit Details und Einzelheiten aufhalten wollen. Das ist jetzt so wertfrei formuliert, wie ich konnte.

Ebenso sind auch die anderen Extreme bekannt. Andere Tageszeitungen bieten in einer gelesenen Ausgabe genügend Anbrennmaterial für mindestens fünf Kamin- oder Lagerfeuer, wenn man denn keinen Kamin hat. Für derartige Lektüre muss man Lese- und Denkzeit einplanen.

Jeder von uns bewegt sich also innerhalb dieser beiden skizzierten Gegensätze. Also entweder viel Information und wenig Bilder oder viele Bilder und wenig Information. Achte mal auf diese Nachmittagssendungen. Viele Bilder, wenig Handlung. Viel vorgemachte, gespielte Sensation mit nur wenig Inhalt. Das ist die leichte Kost am Nachmittag. Abends dann gibt es Spielshows im Fernsehen. Das ist etwa so wie Kindergeburtstag zum Zuschauen. Wie langweilig kann das sein?

Dagegen hör mal dem Richard David Precht zu oder Harald Lesch. Es gibt noch viele mehr. Aber wenn die was sagen, muss man schon hinhören, wenn man die Info begreifen will oder den Zusammenhang verstehen möchte. Dafür hat das auch mehr Inhalt. Mehr, über das es sich lohnt, nachzudenken.

Aber nachdenken kostet Energie. Viel Energie. Besonders das analytische langsame Denken, das man für Untersuchungen und Vergleiche braucht. Das ist anstrengender, als kurze Schlagzeilen aufzunehmen oder lustigen Bildern zu folgen.

Wusstest du, dass unser Gehirn vor dem Fernseher in eine der Meditation oder der Hypnose ähnliche Schwingung schaltet? Die sogenannte Alpha-Schwingung. Bestimmt hast du davon schon mal gehört. Das ist Entspannung pur, wie sie viele Leute lieben. Aber das Gehirn arbeitet im Stand-By-Modus.

Was du noch wissen musst, ist, dass dein Horizont sich aus den Menschen bestimmt, mit denen du dich umgibst. Hast du viele Menschen um dich, die gerne und viel denken, dann hast du selbst mit hoher Wahrscheinlichkeit auch viel Spaß daran.

Lebst du dagegen in einer Welt, in der es den meisten Leuten um dich herum wichtig ist, Spaß zu haben, sich abzulenken, wenig zu denken und die sich zum Feiern Drogen oder Alkohol reinziehen, läufst du Gefahr, da mitzumachen und dich mit all dem zu arrangieren.

Das sind nur zwei Extreme. Ich will nur den Unterschied verdeutlichen. Sicherlich ist es bei dir ähnlich gemischt, wie bei mir auch. Es gibt solche und solche Leute. Aber jetzt kommt das Geheime an der Sache. Es gibt Schicksal nicht wirklich. Sondern eher die Verbindung zwischen Ursache und Wirkung.

Tust du nichts mit deinem Gehirn, passiert auch nichts. Das ist schön entspannt, kostet wenig Energie und verhindert Turbulenzen. Denkst du dagegen gern und viel? Erkennst du die unglaubliche Macht in all dem, was du sicher weißt? Findest du es spannend, wie dein Horizont sich mit jeder neuen Erfahrung erweitert und du immer stärker und schlauer wirst? Dann bist du hier richtig.

Sicherlich ist dir dann auch klar, dass es sehr wichtig ist, seine Informanten aus möglichst unterschiedlichen Quellen zu beziehen. Damit verhinderst du erfolgreich, einseitig informiert zu sein.

Hörst du beispielsweise nur auf deine Facebook oder Instagram Freunde und holst alle Infos aus deinem sozialen Netz, ist dein Gehirn voll von den ausgewählten Posts deiner Leute. Du denkst zwar, dass du viel mitbekommst, aber es ist vollkommen einseitige Info deiner – vielleicht sogar nur virtuellen – Freunde. Von allem, was sie gehört haben, posten sie ja nur einen kleinen für sie bedeutsamen Teil. Und das ist dann das Wenige, das noch bei dir ankommt. Wäre fatal. Du nimmst sogar Informationen von Leuten auf, die du vielleicht nicht einmal persönlich kennst. Weil sie aber nicht umsonst „Freunde“ heißen, hat sogar deren Meinung eine höhere Priorität für dich.

Vergleichbar ist auch, wenn man nur eine Zeitung liest, oder nur eine wöchentliche Nachrichtenillustrierte, oder nur Heute oder nur Tagesschau oder eine andere Nachrichtensendung guckt. Es reicht nicht. Nur eine Quelle ist sinnlos. Es ist wie eine Blase ausgewählter Infos, aus der man berieselt wird.

Das ist aber nur die eine Seite des Ganzen. Achte mal darauf, was an Nachrichtenthemen kommt. Skandale, Krieg, Blut, Terror, Flüchtlingsströme, Betrug, Niedertracht und Tod. Das ist, was sich verkauft. Warum? Weil wir Menschen seit Urzeiten darauf besonders achten. Alles, was unser Leben bedrohen könnte, das merken wir uns besser, weil unser Gehirn eine Überlebens-Automatik nutzt, die uns vor Gefahren schützen soll. Auch wenn es heute viel weniger gefährlich ist, als früher in der Höhle vor dem Feuer, ist diese Schutzfunktion in unserem Gehirn immer noch aktiv. Versicherungen nutzen sie für neue Verträge. Sie machen uns erst Angst, um uns dann genau dagegen eine Versicherung für „kleines Geld“ zu verkaufen.

Jede Zeitung, jedes Medium nutzt diese Funktion, um eine bessere Verbreitung zu erzielen. Wir reagieren eben auf Blut besser als auf bunte Blümchen.

Weil das Geld heutzutage immer schwieriger zu verdienen ist, wird diese besondere Sensibilität des Menschen in Bezug auf Sensation und Blut meiner Meinung nach über alle Maßen ausgereizt. Mittlerweile ist es schon fast nicht mehr wichtig, ob etwas stimmt. Hauptsache die Story zieht.
Nicht schön.

Und die Wirkung dieser Nachrichten solltest du auch nicht unterschätzen. Je mehr du dich auf derartige Negativ-Schlagzeilen einlässt, umso mieser wird deine Laune. Weil alles, woran du denkst, deine Stimmung beeinflusst.

Je mehr du dich also mit jammernden, unglücklichen Leuten umgibst, umso mehr läufst du Gefahr, auch ins Jammern zu verfallen. Je mehr Katastrophen du dir am Schirm reinziehst, umso dunkler wird deine Stimmung und deine Hoffnung auf das Gute in Mitleidenschaft gezogen. In der letzten Zeit komm ich sogar bei Tatort schlecht drauf. Immer häufiger haben die Darsteller schlechte Laune – kein Wunder bei dem Job – und die Storys sind auch immer häufiger so dunkel und unmenschlich.

Wie wäre es dagegen, mir genauer zu überlegen und zu entscheiden, welche Informationen ich in meinen Kopf hineinlasse. Wenn ich doch genau weiß, dass Tatort mir meine Stimmung drückt, warum dann nicht lieber „Man in Black“ oder anderes Witziges schauen und eineinhalb Stunden was zum Lachen zu haben? Warum muss ich Tageszeitung lesen? Warum muss ich alles in der Tageszeitung lesen? Warum muss ich täglich Tagesschau oder Heute oder andere Nachrichten schauen? Ich kann meistens doch nicht viel daran ändern, was die Amis wieder Neues ausgeheckt haben oder der Russe oder die Chinesen. Was nicht heißt, dass ich nichts tun kann!

Absolut nicht. Höre ich von etwas Interessantem, warte ich nicht auf Nachrichten, sondern surfe mir die Informationen zusammen, bis ich satt an Infos bin. Wenn du eine Serie schaust, willst du auch nicht eine Woche warten, bis die nächste Folge kommt, sondern du willst die jetzt sehen.

Eine Minute, dreißig Sekunden pro Meldung in der Tagesschau ist schon enorm wenig Information. Warum soll ich mir mit vielen kleinen stechenden Teilinformationen den Tag versauen? Lieber bin ich mit netten Leuten zusammen oder lese ein gutes Buch, schreibe eins oder mache Musik. Auch du wirst viele bessere Ideen haben, deine Zeit zu verbringen, als dir stupide vorgesetzte Kost für die Allgemeinheit anzutun.

Das meine ich mit Mediendiät. Nicht keine Informationen, sondern ausgewählte. Eben das Zeug, was dich interessiert und nicht das, was man dir Glauben machen will, interessant zu sein.

Mediendiät bedeutet auch Hinterfragen. Frag dich immer, ob das wirklich wahr sein kann, was du immer hörst. Achte drauf, wer das ist, der dir was erzählt. Hat er Ahnung oder hätte er gern welche? Weiß er wirklich, was er sagt oder hat er es nur von anderen „gehört“? Möchte sich jemand wichtig machen und erzählt daher gerne Märchen, die dich beeindrucken sollen. Gibt es versteckte Interessen? Bekommst du gerade nur eine Story verpasst, weil man dir was verkaufen möchte?

Am meisten wichtig finde ich, dass du weißt, dass alles, womit du dich beschäftigst, dich ausmacht und formt und färbt. Immer haben Informationen eine mögliche Wirkung auf dich. Erst wenn du das weißt, kannst du damit beginnen, bestimmte Inhalte nicht mehr an dich ran und in dich rein lassen. Dadurch erst kommst du in die Lage, Mist auszufiltern und deine Birne sauber zu halten.

Beschäftigst du dich mit Leuten und Herausforderungen, suchst nach Lösungen und kommst vorwärts oder bist du mit Gescheiterten unterwegs und ihr beschäftig euch eher damit, dass einfach nichts klappen will und ihr Opfer eures Schicksales seid? Beide Einstellungen wirken in komplett unterschiedliche Richtungen und machen einen entweder schlapp und antriebslos, weil du mit einer Gruppe Loser zusammen bist oder sie stärken und erweitern deinen Horizont durch Entwicklung, weil du möglichst nichts Bremsendes oder Hemmendes mehr in deinen Kopf hineinlässt. Keine Zeit für Zweifel…

Und wenn du zuletzt mal die Zeit zusammenrechnest, in der du dich mit negativen Nachrichten, Personen und Stimmungen abgibst, dann kannst du klar ablesen, ob es Veränderungsbedarf geben kann oder ob du auf einem richtig guten Weg bist. Man hat das untersucht und herausgefunden, dass 70 % unserer Gedanken am Tag negativ gefärbt sind.

Du wäschst dir die Hände, duschst, badest, putzt die Zähne, wechselst die Klamotten, eben die gewohnte Hygiene. Macht absolut Sinn.

Genauso wichtig aber ist auch die Hygiene im Kopf. Deine Stimmung, deine Gedanken und deine Vorstellungskraft hängen sehr davon ab, mit welcher Art Gedanken, Informationen und Medien du dich beschäftigst und mit welchen Menschen du dich umgibst. Auch hier ist Hygiene wichtig. Halte deinen Schädel frei von miesen Gedanken, miesen Geschichten, von Hetze, Neid, Gier und Gewalt.

Nutze alle dich umgebenden Medien möglichst vielschichtig und überleg dir, welche „Dosis“ sich auf dich am wenigsten negativ auswirkt und du dennoch möglichst viel von dem mitbekommst, was abgeht. Dadurch, dass du die Wirkung der Medien kennst, kommst du in den unermesslichen Vorteil, filtern zu können. Das eine darf rein. Das andere eben nicht. Dafür hast du nicht auch noch Zeit. Der Tag hat schließlich nur vierundzwanzig Stunden und es gibt so unfassbar viel mehr als man sich überhaupt je merken kann. Darum filtern und auswählen…

Also:
Keine Zeit mit sinnlosem Schwachsinn vergeuden. Es sei denn, es ist mit Absicht.

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